Wie sah der Alltag von Menschen unter deutscher Besatzung aus? Danach fragt das Forschungsprojekt „Besatzungsgesellschaften im Zweiten Weltkrieg – Eine europäische Perspektive“ an der Bergischen Universität Wuppertal unter der Leitung von Prof. Dr. Tatjana Tönsmeyer, Inhaberin des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte. Im Rahmen des Förderprogramms Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften erhält das Vorhaben für die nächsten drei Jahre finanzielle Unterstützung durch das Land Nordrhein-Westfalen in Höhe von rund 500.000 Euro. Auch die Bergische Universität beteiligt sich an der Finanzierung.

Das Projekt verfolgt das Ziel, Quellen zum Alltag der Bevölkerung unter deutscher Besatzung zusammen zu tragen. Die Forscherinnen und Forscher zielen auf eine umfassende Sammlung ab, für die alle in den Jahren des Zweiten Weltkriegs besetzten Länder berücksichtigt werden. Über ein Online-Portal sollen die Ergebnisse der Fachöffentlichkeit sowie der interessierten Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden. „Ein Fokus der Untersuchung liegt auf der Versorgungsfrage. Dabei spielen vor allem Themen wie der Schwarzmarkt, Ersatzprodukte, Rationierungen und das Schlangestehen eine Rolle“, erklärt Tatjana Tönsmeyer. Die Forschungsleiterin verweist zudem auf den wertvollen Beitrag des Projekts für den Bereich der Online-Edition an der Bergischen Universität. „Wir wollen die herausragende Position dieses Schwerpunktes stärken und weiterentwickeln.“

Das Forschungsvorhaben dient neben der Digitalisierung auch der Internationalisierung und der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses im Fach Geschichtswissenschaft. Im Zuge des Projekts werden mehrere wissenschaftliche uns studentische Mitarbeiterstellen geschaffen.